Zwischen sanften Feldern und dichten Wäldern im Norden der dänischen Insel Lolland breitet sich eine der ungewöhnlichsten Attraktionen Skandinaviens aus: Der Knuthenborg Safaripark. Er ist nicht nur Dänemarks größter Safaripark, sondern auch ein Ort, an dem afrikanische Savannen, asiatische Wälder und nordische Landschaften auf überraschend authentische Weise aufeinandertreffen. Wer Tiere in großzügigen Freigehegen erleben möchte, findet hier ein Ausflugsziel, das weit über klassische Zoos hinausgeht.
Historie und Entwicklung
Die Ursprünge des Safariparks reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Damals ließ die Adelsfamilie Knuth auf ihrem Landgut einen weitläufigen englischen Landschaftspark anlegen. Die Idee, exotische Tiere zu präsentieren, entstand jedoch erst in den 1960er Jahren. Inspiriert von afrikanischen Vorbildern, wurden nach und nach großzügige Areale gestaltet, in denen Tiere ohne Gitter und Käfige leben. Heute erstreckt sich der Park über rund 600 Hektar und beherbergt mehr als 1.000 Tiere aus aller Welt.
Das historische Gutshaus und die alten Alleen sind noch immer sichtbar und verleihen dem Park einen besonderen Charakter. Die Verbindung von traditioneller Parkarchitektur mit modernen Tieranlagen ist ein Markenzeichen des Knuthenborg Safariparks.
Landschaft und Gestaltung
Die Anlage ist als großflächiges Safarigelände konzipiert. Besucher bewegen sich mit dem eigenen Auto oder zu Fuß durch verschiedene Themenbereiche, die Landschaften aus Afrika, Asien und Europa nachempfunden sind. Weite Grasflächen, kleine Seen und lichte Wälder wechseln sich ab. Im Frühling und Sommer blühen Wildblumen entlang der Wege, während mächtige Eichen Schatten spenden. Die Tiergehege sind so gestaltet, dass die Tiere viel Platz haben und sich auch einmal zurückziehen können – das Beobachten erfordert daher manchmal etwas Geduld.
Markant ist die konsequente Trennung der einzelnen Tierarten. So können beispielsweise die afrikanischen Elefanten, Nashörner und Giraffen in großzügigen Arealen beobachtet werden, während in anderen Bereichen Zebras, Antilopen oder Bisons leben. Die Wege sind gut ausgeschildert, sodass Besucher keine Highlights verpassen.
Tierische Höhepunkte

(© tomtsya -Shutterstock.ccm)
Über 1.000 Tiere aus aller Welt leben im Knuthenborg Safaripark. Besonders beeindruckend ist die Savannenlandschaft, in der Giraffen, Zebras und Antilopen gemeinsam grasen. In einem separaten Areal leben afrikanische Elefanten, die zu den größten Attraktionen des Parks zählen. Auch Nashörner, Wasserbüffel und Strauße lassen sich aus nächster Nähe beobachten.
Ein weiteres Highlight ist das Tigertempel-Gehege: Hier durchstreifen Sibirische Tiger ein weitläufiges, naturnah gestaltetes Areal. Die Raubkatzen können aus dem Auto heraus bestaunt werden – ein seltenes Erlebnis in Europa. Daneben gibt es Wolfsreviere, Gehege für Kängurus, Lamas und Alpakas sowie ein großes Affenareal mit Pavianen.
Für Familien besonders spannend ist das Dinosaurierland, in dem lebensgroße Modelle längst ausgestorbener Riesenechsen zwischen Farnen und Bäumen platziert sind. Dieser Bereich verbindet Unterhaltung mit Wissensvermittlung und ist bei Kindern sehr beliebt.
Atmosphäre und Erlebnischarakter
Der Knuthenborg Safaripark unterscheidet sich bewusst von klassischen Zoos. Die Fahrt im eigenen Auto durch die weitläufigen Gehege erzeugt das Gefühl einer echten Safari. Tiere bewegen sich frei, begegnen den Fahrzeugen oft aus nächster Nähe und sorgen so für eindrucksvolle Momente. Das Parkgelände ist weitläufig genug, dass sich Besucherströme gut verteilen – auch an gut besuchten Tagen bleibt die Atmosphäre entspannt.
Neben dem Safarierlebnis laden Spazierwege und Picknickplätze zum Verweilen ein. Wer möchte, kann das Auto auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen und verschiedene Bereiche zu Fuß erkunden. Für Kinder bietet der Park zahlreiche Spielplätze, einen großen Wasser-Erlebnisbereich und Streichelzoos mit Ziegen und Schafen.
Wissenswertes und Besonderheiten
Der Park engagiert sich aktiv für Artenschutzprojekte und die Nachzucht bedrohter Tierarten. Immer wieder gibt es thematische Sonderausstellungen und Veranstaltungen, etwa zu Natur- und Umweltthemen. Für Interessierte werden Führungen und Fütterungen angeboten, bei denen Experten Wissenswertes über die Tiere und ihre Lebensräume vermitteln.
Ein architektonisches Kuriosum ist das „Knuthenborg Observatorium“, ein moderner Aussichtsturm, der einen weiten Blick über das Gelände ermöglicht. Auch das historische Haupttor mit seinen steinernen Löwen ist ein beliebtes Fotomotiv.
Für wen lohnt sich ein Besuch?
Der Knuthenborg Safaripark ist ein Ziel für Familien, Tierfreunde und Naturinteressierte aller Altersgruppen. Die Kombination aus Abenteuer, Wissensvermittlung und Naturerlebnis macht den Besuch abwechslungsreich. Auch für Schulklassen und Gruppen bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, Tiere aus nächster Nähe und in Bewegung zu erleben.
Wer Tiere in artgerechter Umgebung sehen möchte, findet hier eine Alternative zu herkömmlichen Zoos. Die Mischung aus Safari, Parklandschaft und Freizeitattraktionen sorgt dafür, dass der Park nicht nur für Kinder ein Erlebnis ist.
Wichtige Informationen für den Besuch
Adresse:
Knuthenborg Safaripark, Knuthenborg Allé 1, 4930 Maribo, Dänemark
Öffnungszeiten:
Der Park ist in der Regel von Anfang April bis Ende Oktober geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten variieren je nach Saison und Wochentag.
Standard-Öffnungszeiten (Herbst/Winter)
- Freitag, Samstag und Sonntag: 10:00 bis 17:00 Uhr
- Montag bis Donnerstag: Geschlossen
Sonderveranstaltungen (Knuthenborg After Dark im Oktober)
- Freitag und Samstag (KW 43–44): 10:00 bis 21:00 Uhr (letzte Einfahrt um 18:00 Uhr; Lichter und Aktivitäten ab 18:00 Uhr)
- Sonntage (KW 43–44): 10:00 bis 17:00 Uhr (mit angepassten Zeiten für einzelne Bereiche und die Gastronomie)
Weihnachten / Dezember
- Samstag und Sonntag (KW 46–51 sowie 27. bis 30. Dezember): 12:00 bis 18:00 Uhr
Eintrittspreise:
Die Preise richten sich nach Alter und Saison. Es gibt Familienkarten sowie Ermäßigungen für Kinder und Gruppen. Tickets können online oder an der Kasse vor Ort erworben werden.
- Tagesticket (Online-Frühbucher, mind. 7 Tage im Voraus): Ab ca. 209 DKK (je nach Tag und Saison auch ab ca. 159 DKK bis über 249 DKK).
- Flex-Ticket (flexibel einlösbar in der Saison 2026): 289 DKK
- Saisonkarte 2026: 499 DKK (gleicher Preis für Kinder und Erwachsene; freier Eintritt ab Saisonstart am 28. März 2026 inklusive Rabatten bei Partnern wie Lalandia oder BonBon-Land)
- Fahrradticket: 150 DKK (nur am Eingang erhältlich; einige Bereiche sind mit dem Fahrrad nicht zugänglich)
- After-Dark-Ticket (im Oktober an ausgewählten Abenden): 150 DKK (nur vor Ort zwischen 16:00 und 18:00 Uhr an der Kasse erhältlich)
- Kinder (0–2 Jahre): Eintritt frei (ab 3 Jahren wird ein Ticket oder eine Karte benötigt)
Weitere Infos unter: https://www.knuthenborg.dk/
Anreise:
Mit dem Auto ist der Park gut erreichbar, er liegt nahe der E47 auf Lolland. Kostenlose Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Öffentliche Verkehrsmittel führen bis Maribo; von dort ist eine Weiterfahrt mit Taxi oder Bus nötig.
Tipps für den Besuch
- Wer Tiere möglichst aktiv erleben möchte, sollte den Park vormittags oder am späteren Nachmittag besuchen. In den Mittagsstunden ruhen viele Tiere.
- In den Sommerferien und an Wochenenden ist mit höherem Besucheraufkommen zu rechnen. Wer es ruhiger mag, wählt einen Wochentag außerhalb der Ferienzeit.
- Für den kompletten Rundgang empfiehlt sich bequeme Kleidung und festes Schuhwerk, besonders wenn auch die Fußwege und Spielbereiche genutzt werden sollen.
- Das Mitbringen von Picknick ist erlaubt und lohnt sich, da es viele schöne Plätze zum Verweilen gibt.
- Das Dinosaurierland und der große Wasserspielplatz sind für Familien mit Kindern besonders empfehlenswert.
- Der Park ist weitläufig – eine Orientierungskarte hilft, keine Highlights zu verpassen. Diese ist am Eingang erhältlich.
- Bei schlechtem Wetter empfiehlt es sich, Regenkleidung dabei zu haben, da viele Attraktionen im Freien liegen.
- Wer bestimmte Tierfütterungen oder Führungen erleben möchte, sollte sich vorab über Termine informieren und eventuell reservieren.
- Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität stehen spezielle Parkplätze und barrierefreie Toiletten zur Verfügung.
- Hundehalter sollten sich rechtzeitig über die Zutrittsregeln informieren, da nicht alle Bereiche für Haustiere zugänglich sind.





